Immunsystem stärken Medikament
Zuletzt aktualisiert: 20. August 2020

Unser Immunsystem – das Abwehrsystem des Körpers. Es bekämpft Erreger wie Bakterien, Viren und Pilze und schützt uns vor veränderten Körperzellen. Wer ein geschwächtes Immunsystem hat, leidet meist unter Symptomen wie Müdigkeit und Infektanfälligkeit.

Wenn du dein Immunsystem verbessern willst, stößt du schnell auf immunstärkende Medikamente. Doch welche Medikamente gibt es und wie wirksam sind sie? In diesem Artikel erfährst du alles Essenzielle rund um die Immunstärkung mit Medikamenten. Wir fassen die wichtigsten Erkenntnisse aus der Wissenschaft zusammen und zeigen dir, auf welche Aspekte du achten solltest.




Das Wichtigste in Kürze

  • Das Immunsystem nimmt eine tragende Rolle in der Gesundheit ein. Ohne das Immunsystem wären wir ständig Krankheitserregern ausgesetzt.
  • Die immunstärkenden Medikamente beinhalten häufig Stoffe wie Vitamin A, C und D oder Spurenelemente wie Eisen, Selen und Zink. Die Wirkung dieser Präparate ist in der Wissenschaft nicht vollständig geklärt.
  • In der Regel gilt: Wer einen gesunden Lebensstil führt, hat ein gestärktes Immunsystem. Medikamente zur Stärkung des Immunsystems sind dann sinnvoll, wenn du keinen gesunden Lebensstil einhalten kannst oder Erkrankungen es fordern.

Was ist das Immunsystem?

Das Immunsystem ist das biologische Abwehrsystem unseres Körpers. Es ist ein Netzwerk aus verschiedenen Organen, Zelltypen, Geweben und Molekülen. Das Abwehrsystem verhindert, dass Viren, Mikroorganismen und Fremdkörper in den Körper gelangen.

Immunsystem stärken mit Medikamenten-1

Das Immunsystem ist ein wichtiger Bestandteil unseres Körpers. Es schützt uns vor Viren, Bakterien und anderen Krankheitserregern.
(Bildquelle: sweetlouise / unsplash)

In den folgenden Abschnitten haben wir für dich weitere Informationen zum Immunsystem zusammengefasst.

Welche Aufgaben hat das Immunsystem?

Die Aufgaben des Immunsystems sind vielfältig. Die wichtigsten Funktionen (1) haben wir hier für dich zusammengefasst:

  • Abwehr: Das Immunsystem ist für die Abwehr von Krankheitserregern wie Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten zuständig. Es verhindert, dass Fremdkörper in den Körper gelangen oder beseitigt sie.
  • Unterscheidung: Das Immunsystem muss körpereigene von fremden Zellen unterscheiden können, damit er den eigenen Körper nicht angreift. Bei Autoimmunerkrankungen wie Rheuma und Diabetes mellitus Typ 1 ist diese Funktion gestört. Der Körper greift sich selbst an. Immunsuppressiva können Patienten helfen, denn das Immunsystem wird durch diese Medikamente geschwächt.
  • Einleitung Zelltod: Das Immunsystem hat die Aufgabe, den programmierten Zelltod einzuleiten, wenn sich die Zellen aufgrund von Krankheit verändern. Es beseitigt abgestorbene und veränderte Zellen. Das ist bei Krebszellen der Fall.

Das Immunsystem übernimmt zentrale Aufgaben in unserem Körper. Deshalb solltest du darauf achten, dass es intakt bleibt.

Welche Bestandteile gehören zum Immunsystem?

Viele verschiedene Bestandteile setzen sich netzwerkartig zu einem Immunsystem zusammen. Die Bestandteile reichen von Haut und Schleimhäuten über Enzyme bis hin zu Organen und Zellen. Die verschiedenen Mechanismen sorgen dafür, dass keine Fremdkörper und Erreger in den Körper eindringen.

Haut und Schleimhäute

Sowohl die Haut als auch die Schleimhäute bilden eine natürliche Barriere im Schutz vor Eindringlingen. Die Schutzbarriere besteht aus chemischen, mechanischen und physikalischen Mechanismen. (2)

Der grösste Teil der Reaktionen des Immunsystems erfolgt im Darm.

Er hat am häufigsten Kontakt zu Krankheitserregern und nimmt deshalb eine zentrale Rolle in der Immunabwehr ein. Die darin befindlichen Abwehrzellen greifen die Erreger an und beseitigen die Gefahr.

Das größte Organ des Menschen – die Haut – trägt einen bedeutenden Teil zur Immunabwehr bei. Sie verhindert sowohl physikalisch als auch chemisch mit ihrem Säureschutzmantel, dass Eindringlinge in den Körper gelangen können.

Schleimhäute im Mund, Nase und Augen sind wichtige Schutzbarriere vor Krankheitserregern und Fremdstoffen. Die Enzyme im Speichel, der Tränenflüssigkeit und den Atemwegen lösen die Zellwände von Bakterien auf. Zudem sind die Bronchien mit Schleim umgeben, an denen die Erreger hängen bleiben. Die vielen kleinen Härchen befördern sie aus dem Körper.

Damit das Immunsystem funktionsfähig ist, solltest du deine Haut und Schleimhäute gut pflegen.

Lymphatische Organe

In den lymphatischen Organen werden die Abwehrzellen produziert, ausgebildet und vermehrt. Sie gelangen von dort aus zu den Erregern. In der folgenden Tabelle (3, 4) erklären wir dir die lymphatischen Organe genauer:

Lymphatische Organe Beschreibung
Knochenmark Im Knochenmark bilden sich aus den Stammzellen weiße Blutzellen (Leukozyten), rote Blutzellen (Erythrozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten).
Lymphknoten Lymphknoten befinden sich an unterschiedlichen Stellen am Körper wie zum Beispiel im Hals und Kopf. Die in den Lymphknoten befindlichen Fresszellen reinigen die Gewebsflüssigkeit.
Thymusdrüse In diesem Organ entwickeln sich T-Zellen und reifen. Hier lernen sie zwischen fremden und eigenen Zellen zu unterscheiden.
Milz In der Milz sind viele weiße Blutkörperchen enthalten. Die Milz hat zudem die Aufgabe, beschädigte und alte Blutzellen zu zerstören.
Leber Die in der Leber befindlichen Fresszellen zerstören Eindringlinge und alte beschädigte Zellen im Blut.
Mandeln Die Mandeln (Tonsillen) sind eine der ersten Barrieren für Erreger und Fremdstoffe. Die weißen Blutzellen in den Mandeln vernichten Eindringlinge und melden sie dem Immunsystem.

Bei der Immunabwehr sind die lymphatischen Organe unverzichtbar.

Bestandteile im Blut

Das Blut ist der Transportweg im Körper. Es transportiert wichtige Proteine und Zellen im Körper, die für das Immunsystem wichtig sind. Die wichtigsten Bestandteile im Blut für das Immunsystem sind folgende: (4)

  • T-Lymphozyten: T-Zellen sind Teil der spezifischen Immunabwehr und für den langzeitigen Schutz vor Infektionen zuständig. T-Helferzellen erkennen Eindringlinge und alarmieren B-Zellen, die dann Antikörper produzieren. T-Killerzellen zerstören die Membran der Zellen. T-Gedächtniszellen entstehen bei der Bekämpfung von Krankheitserregern. Sie speichern, wie der Eindringling bekämpft wurde und reagieren bei einer erneuten Immunantwort.
  • B-Lymphozyten: B-Zellen sind weiße Blutkörperchen und der spezifischen Immunabwehr zuzuordnen. Wenn die B-Zellen auf Eindringlinge stoßen, bilden sie sich zu Plasmazellen aus und produzieren Antikörper. Die Antikörper setzen sich auf die Antigene der Eindringlinge und markieren sie, damit sie von Fresszellen vernichtet werden können.
  • Phagozyten (Fresszellen): Fresszellen gehören zu der unspezifischen Immunabwehr. Sie umschließen und verdauen (phagozytieren) die Eindringlinge. Wichtige Arten von Phagozyten sind neutrophile Granulozyten, Monozyten und Makrophagen.
  • Komplementsystem: Das Komplementsystem gehört zu der unspezifischen Immunabwehr. Es ist ein System aus Plasmaproteinen, das sich in der Blutbahn befindet.

Erst mithilfe der Bestandteile im Blut funktioniert das Immunsystem.

Wie funktioniert das Immunsystem?

Die Funktionsweise des Immunsystems ist umfangreich und ein Zusammenspiel aus vielen verschiedenen Mechanismen und Bestandteilen.

Grundsätzlich hat das Immunsystem eine unspezifische (angeborene) und spezifische (erworbene) Immunantwort.

Diese beiden Immunantworten arbeiten eng miteinander zusammen und bilden zusammen das komplexe Immunsystem.

  1. Die Immunzellen der unspezifischen Immunabwehr erkennen die Krankheitserreger an Proteinen auf ihrer Oberfläche (Antigene).
  2. Fresszellen, meist Makrophagen und dendritische Zellen, umschließen und fressen (phagozytieren) die Erreger.
  3. Dabei lassen die Fresszellen Bruchstücke übrig, die sie dann Immunzellen der spezifischen Immunabwehr (B- und T-Lymphozyten) präsentieren.
  4. Diese phagozytieren die Eindringlinge entweder direkt oder setzen aggressive Substanzen frei.
  5. Plasmazellen, die durch eine Reaktion von B-Lymphozyten produziert werden, bilden Antikörper. Diese binden an die Antigene der Erreger. Dadurch werden die Eindringlinge unbeweglich gemacht und weitere Immunzellen werden alarmiert.

Ob eine Erkrankung durch die Infektion auftritt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein geschwächtes Immunsystem ist anfälliger für Erkrankungen.

Wusstest du, dass die spezifische Immunantwort nicht von Geburt an ausgebildet ist?

Sie lernt über die Zeit hinweg und entwickelt ein immunologisches Gedächtnis. Nach einem Angriff bleiben spezifische Antikörper und Gedächtniszellen bestehen, die auf bestimmte Antigene spezialisiert sind. Wird der Körper erneut angegriffen, kann er schneller und effizienter reagieren. Deshalb erkrankt man zum Beispiel nur einmal an Windpocken.

Auch die Menge der Erreger oder ob die Eindringlinge dem Immunsystem bekannt beziehungsweise unbekannt sind, ist entscheidend dafür, wie gut die Immunantwort funktioniert. Relevant sind auch die krankmachenden Eigenschaften (Virulenz).

Der Großteil der eindringenden Krankheitserreger bleiben jedoch vom betroffenen Menschen unbemerkt.

Woran erkenne ich, dass das Immunsystem geschwächt ist?

Das Immunsystem ist ein wichtiger Bestandteil des Wohlbefindens. Ist es gestört oder geschwächt, fällt es meist in diesen Teilbereichen auf:

Anzeichen Beschreibung
Müdigkeit Müdigkeit kann verschiedene Ursachen haben: Vitaminmangel, Medikamente oder Stress. Wenn du dich ständig müde und erschöpft fühlst, kann das auch ein Zeichen einer Immunschwäche sein.
Infektionen Bei einem geschwächten Immunsystem sind die Abwehrkräfte zu schwach, um Bakterien und Viren abzuwehren. Wenn du also häufig an einer Grippe, Erkältung, Herpes, Halsschmerzen, Ohrentzündungen oder Mageninfektionen leidest, kann das an einem geschwächten Immunsystem liegen.
Viele Allergien Eine Allergie entsteht dann, wenn das Immunsystem überempfindlich auf gewisse körperfremde Substanzen (Allergene) reagiert. Die Symptome der Allergien sind je nach Art sehr unterschiedlich.
Verlangsamte Wundheilung Die Folge eines geschwächten Immunsystems kann ein verlangsamter Wundheilungsprozess sein. Dies hängt mit einem Mangel an Zink zusammen. Zink beschleunigt die Wundheilung und ermöglicht die Zellregeneration.

Wenn du unter einem dieser Symptome leidest, kann dir ein Arztbesuch weiterhelfen. Der Arzt kann dich untersuchen und falls nötig Medikamente verschreiben, die dein Immunsystem stärken.

Welche Rolle spielen Medikamente bei der Stärkung des Immunsystems?

Ein gesundes Immunsystem ist essenziell für den Körper. Deshalb solltest du es pflegen und unterstützen. Wer einen gesunden Lebensstil mit wenig Stress, genügend Schlaf, Bewegung und gesunder Ernährung führt, benötigt meist keine zusätzlichen Medikamente. Ist es dir nicht möglich, diese Faktoren einzuhalten, so kann es sinnvoll sein, bestimmte Medikamente einzunehmen.

Immunsystem stärken mit Medikamenten-2

Medikamente können dich bei der Stärkung des Immunsystems unterstützen. Die Einnahme von Präparaten solltest du mit einem Arzt absprechen.
(Bildquelle: Volodymyr Hryshchenko / unsplash)

In den folgenden Abschnitten erklären wir dir alles Notwendige rund um die Einnahme von Medikamenten zur Immunstärkung.

Wann ist die Einnahmen von Medikamenten zur Stärkung des Immunsystems sinnvoll?

Für die meisten gesunden Menschen ist die Einnahme von Medikamenten zur Stärkung des Immunsystems nicht notwendig. Wenn du jedoch Anzeichen für ein geschwächtes Immunsystem bemerkst, wie zum Beispiel Müdigkeit oder eine hohe Infektanfälligkeit, solltest du einen Arzt aufsuchen.

Einige Personen sind empfänglicher für Erkrankungen als andere.

Autoimmunerkrankungen, Chemotherapien oder angeborene Immundefekte können das Immunsystem schwächen.

Besonders Personen ab 60 Jahren können ein geschwächtes Immunsystem aufweisen. Sie haben eine geringere B- und T-Lymphozyten Bildung und die Abwehrzellen sind insgesamt weniger aktiv. Dadurch sind sie anfälliger für Erkrankungen. (5)

Welche Stoffe stärken das Immunsystem?

Die meisten Medikamente zur Stärkung des Immunsystems sind Präparate aus Vitaminen und Spurenelementen wie Eisen, Zink und Selen.

Wenn du Präparate zur Stärkung des Immunsystems einnehmen möchtest, solltest du dies zuerst mit einem Arzt absprechen. Beachte bei der Einnahme von immunstärkenden Medikamenten die Wechselwirkung mit anderen Medikamenten oder Krankheiten.

Vitamin A

Das entzündungshemmende Vitamin A ist an der Entwicklung des Immunsystems beteiligt und hilft bei der Verbesserung der Immunfunktionen. Es übernimmt eine regulatorische Rolle bei zellulären und humoralen Immunantworten. Außerdem kann es eine große Wirkung bei der Behandlung von Infektionskrankheiten zeigen. Es unterstützt die Entwicklung des Schleims im Körper und damit die Immunabwehr. (6)

Bei der Supplementierung mit Vitamin A sind aber auch Nachteile bekannt. Das Journal of Leukocyte Biology hat 2015 eine Studie zu den Risiken einer Vitamin-A-Supplementierung veröffentlicht. Die Forscher konnten bei ihrer Untersuchung feststellen, dass eine Supplementierung von Vitamin A, die über den normalen Wert hinausgeht, gesundheitsschädlich sein kann. In bestimmten Situationen sei eine niedrige Konzentration normal. (7)

Vitamin C

Vitamin C trägt zu einer gesunden Immunabwehr bei. Außerdem unterstützt Vitamin C zelluläre Funktionen und die Barrierefunktion der Haut gegen Krankheitserreger. (8)

Die Wirkung von Vitamin C auf Erkältungen ist umstritten.

In einer 2002 veröffentlichten Studie wurde festgestellt, dass die Einnahme von Vitamin C Präparaten weniger Erkältungen zufolge hatte. Auch die Dauer und Stärke der Erkrankung wurden geringer. (9)

In einer anderen Studie konnten Forscher feststellen, dass eine Vitamin-C-Supplementierung die Anzahl an Erkältungen nicht senken konnte. Bei einigen Probanden wurde lediglich die Dauer der Erkältung reduziert. (10)

Vitamin D

Vitamin D trägt zur Stärkung des Immunsystems bei. Ein Vitamin D Mangel führt zu einem geschwächten Immunsystem, weshalb du anfälliger für Infektionen wirst. (11)

Die Vitamin-D-Aufnahme erfolgt hauptsächlich über die UVB-Strahlen der Sonne. Nur 20 % der Tagesdosis erhalten wir aus Lebensmitteln. Das sind tierische Lebensmittel wie

  • Fettreicher Fisch
  • Milchprodukte
  • Eigelb
  • und Innereien. (12)

Achte also in deinem Alltag vor allem darauf, dich häufig in der Sonne aufzuhalten und dich ausgewogen zu ernähren.

Zink, Selen und Eisen

Zink, Selen und Eisen tragen zu einem normalen Immunsystem bei. Es ist deshalb wichtig, dass du den Tagesbedarf der Stoffe deckst.

Zink übernimmt eine regulatorische Rolle in der Immunantwort. Selen hingegen stimuliert die Antikörperproduktion und hilft der Entwicklung von Virulenz entgegenzuwirken. (13)

Bei einem Eisenmangel wird die zelluläre Immunantwort gehemmt. Die Zahl der T-Zellen nimmt ab und die Aktivität der natürlichen Killerzellen wird beeinträchtigt. Nebst einem geschwächten Immunsystem kann ein Eisenmangel weitere Nebenwirkungen mit sich ziehen. Es ist deshalb essenziell, dass du genügend Eisen zu dir nimmst. (14)

Was ist eine Impfung und wie funktioniert sie?

Eine Impfung ist eine weitere Möglichkeit, das Immunsystem vor Erregern zu schützen. Bei einer Impfung möchte man das Immunsystem für einen bestimmten Erreger oder eine Erregergruppe immunisieren.

Ein Impfstoff ist ein biologisch oder gentechnisch hergestelltes Antigen. Der Stoff kann aus dem Antigen eines Erregers oder mehrerer verschiedener Erreger bestehen. Außerdem können Zusatzstoffe dem Impfstoff beigefügt werden. Für die Immunisierung gibt es verschiedene Möglichkeiten und Impfstoffe.

Immunsystem stärken mit Medikamenten-3

Eine Impfung ist eine Möglichkeit, das Immunsystem zu stärken. Dabei werden vom Körper Gedächtniszellen gebildet, die bei einer erneuten Gefahr schneller und effektiver reagieren können.
(Bildquelle: Hyttalo Souza / unsplash)

Bei der Aktivimpfung werden dem Körper Antigene verabreicht, sodass das Immunsystem aktiviert wird. Dabei entstehen Antikörper und Gedächtniszellen, die bei einem erneuten Eindringen schneller und effizienter reagieren können. Somit wird die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion verringert. Damit das Immunsystem nicht gefährdet wird, werden entweder lebendige, aber abgeschwächte oder tote Erreger als Impfstoff verwendet.

Bei der Passivimpfung werden bestimmte Antikörper direkt verabreicht. Diese Methode wird jedoch nur bei akuten Fällen angewendet (zum Beispiel Maserninfektion in der Schwangerschaft). Wenn mit Antikörpern geimpft wird, entstehen keine Gedächtniszellen, die für einen späteren Angriff nützlich sind. Die Wirkung einer solchen Impfung ist nicht langanhaltend. (15)

Welche Alternativen gibt es zu immunstärkenden Medikamenten?

Immunstärkende Medikamente sind dann sinnvoll, wenn du keinen gesunden Lebensstil halten kannst oder vorerkrankt bist. Bei den meisten Menschen ist es viel wichtiger, nicht das Immunsystem zu stärken, sondern die Schwächung zu vermeiden.

In den folgenden Abschnitten erklären wir dir, welche Methoden dir dabei helfen können, ein gesundes Abwehrsystem zu bewahren.

Gesunde Ernährung

Eine reichhaltige und ausgewogene Ernährung ist einer der bedeutendsten Aspekte, die zu einem gesunden Immunsystem beitragen. Wichtig ist, dass du die Tagesdosis der essenziellen Vitamine (Vitamin A, C und D) und anderen Stoffe (Eisen, Zink und Selen) einnimmst. Eine Unterernährung mit zu wenig Energie und Makronährstoffen führt dazu, dass wichtige Immunfunktionen unterdrückt werden. (16)

Genügend Schlaf

Ausreichend Schlaf ist für viele Körperfunktionen essenziell. Genügend Schlaf ist mit einem verringerten Infektionsrisiko verbunden, kann das Infektionsergebnis und eine Impfreaktion verbessern. (17) Bereits nach 3 Stunden ohne Schlaf kann die Funktion der T-Zellen beeinträchtigt sein. (18)

Bewegung

Das Immunsystem wird durch Bewegung unterstützt, da die Abwehrkräfte und die Gesundheit des Stoffwechsels gestärkt werden. Die regelmäßige Bewegung verbessert die Immunregulation und verzögert altersbedingte Dysfunktionen. Bei mäßigem Training erhöht sich das Krankheitsrisiko nicht. Nach intensivem Training wird das Immunsystem jedoch anfälliger. (19)

Reduzierung von Stress

Stress hat Auswirkungen auf das Immunsystem. Ein kurzfristiger Stress regt das Immunsystem an, sodass es sich auf Verletzungen oder eine Infektion vorbereiten kann. Ist der Stress jedoch langanhaltend oder chronisch, wird das Immunsystem geschwächt. (20)

Geringer Alkoholkonsum

Welche Auswirkung Alkohol auf das Immunsystem hat, konnte noch nicht vollständig geklärt werden. Einige Studien merken an, dass bereits kleine Mengen Alkohol ungesund sind. Chronisch starkes Trinken verringert die Häufigkeit von Lymphozyten und erhöht das Risiko einer Infektion. (21, 22)

Geringer Nikotinkonsum

Durch das Rauchen von Nikotin werden die Atemwege beschädigt und die Flimmerhärchen auf den Lungen werden zerstört. Dadurch verringert sich die Immunabwehr. (23)

Auch die University of Pittsburgh erklärt in einer Studie, dass Nikotin die zelluläre und humorale Immunantwort verändert.

Wie die Mechanismen dahinter funktionieren, konnte noch nicht abschließend geklärt werden. (24)

Viele Faktoren beeinflussen die Funktion des Immunsystems. Es ist deshalb wichtig, dass du die oben genannte Aspekte berücksichtigst. Nur so kann dich dein Immunsystem optimal vor Erregern schützen.

Fazit

Das Immunsystem kannst du mithilfe eines gesunden Lebensstils stärken. Dazu zählen gesunde Ernährung, Schlaf, Bewegung, Stressreduktion und der Verzicht auf Nikotin und Alkohol. Immunstärkende Medikamente kommen dann in den Einsatz, wenn du diese Faktoren nicht einhalten kannst oder bestimmte Krankheiten hast.

Präparate aus Vitamin A, C und D sowie Spurenelemente wie Zink, Eisen und Selen sind nicht vollständig untersucht. Wenn du Symptome einer Immunschwäche zeigst, besuchst du am besten zuerst den Arzt. Er kann dich beraten und verschiedene Medikamente empfehlen.

Bildquelle: Yastremska/ 123rf.com

Einzelnachweise (24)

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21. Hartz, S. M., Oehlert, M., Horton, A. C., Grucza, R. A., Fisher, S. L., Culverhouse, R. C., Nelson, K. G., Sumerall, S. W., Neal, P. C., Regnier, P., Chen, G., Williams, A., Bhattarai, J., Evanoff, B., & Bierut, L. J. (2018). Daily Drinking Is Associated with Increased Mortality. Alcoholism, clinical and experimental research, 42(11), 2246–2255. https://doi.org/10.1111/acer.13886
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Warum kannst du mir vertrauen?

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Wissenschaftliche Studie
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Wissenschaftliche Studie
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Wissenschaftliche Studie
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Wissenschaftliche Studie
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Wissenschaftliche Metastudie
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Klinische und experimentelle Studie
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Wissenschaftliche Studie
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Wissenschaftliche Studie
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Wissenschaftliche Studie
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Testberichte