Konzentration Kinder
Zuletzt aktualisiert: 24. September 2020

Egal ob auf der Arbeit, beim Lernen, während des Sports oder dem Hobby - Konzentration ist eine essenzielle Fähigkeit, die wir Menschen in jeder Lebenslage brauchen. Das Thema Konzentration ist unser täglicher Begleiter, was jedem einzelnen bereits in frühen Kinderjahren bewusst wird.

Spätestens in der Schule jedoch müssen wir die Konzentrationsfähigkeit aber mehr oder weniger bewusst einsetzen. Doch was genau ist die Konzentrationsfähigkeit? Und warum ist sie gerade für Kinder so wichtig?

Damit du in Zukunft über die Konzentrationsfähigkeit eines Kindes, aber auch von dir, Bescheid weißt und diese Fähigkeit bewusst steuern kannst, wollen wir dir auf unserer Themenseite "Die Konzentration von Kindern" die wichtigsten Fragen vorstellen und beantworten, damit du umfänglich über die Konzentration eines Kindes informiert bist.

Zudem zeigen wir dir auf, welche Risiken du ganz einfach vermeiden kannst beziehungsweise welche Mittel du nutzen kannst, um die Konzentration deines Kindes zu fördern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Konzentrationsfähigkeit ist Teil der Aufmerksamkeitsfähigkeit und ist ein Lern- und Reifungsprozess. Sie dient dazu, einzelne Reize aus der Umwelt zu filtern, uns bestimmten Dingen oder Inhalten zuzuwenden und / oder Ablenkungen auszublenden
  • Neben einem gesunden und ausgewogenem Lebensstil sind Schlaf, Pausen, Atemübungen, aber auch therapeutische Mittel und Medikamente hilfreich für eine gute Konzentration.
  • Grundsätzlich wird zwischen Konzentrationsstörung und -schwäche unterschieden. Der Unterschied liegt darin, dass Konzentrationsstörungen nur temporär auftreten, wo hingegen eine Konzentrationsschwäche länger anhält oder sogar chronisch besteht

Warum ist Konzentration wichtig für Kinder?

"Nun konzentrier' dich endlich mal!" - Jeder von uns kennt diesen Satz aus der Schule, von der Arbeit oder dem Hobby. Doch was genau ist die Konzentration und warum ist sie wichtig für uns? Im Folgenden möchten wir dir die Begriffsdefinition und die Relevanz näher bringen.

Die Konzentration ist ein Teilbereich der Aufmerksamkeit. Den zweiten Teil steuert die Vigilanz, oder auch allgemeine Wachsamkeit, bei. Die Aufmerksamkeit ist eine Fähigkeit, die durch Gene, aber auch durch Erfahrungen geprägt wird. Eine gut ausgeprägte Aufmerksamkeit hilft dabei, einzelne Reize aus der Umwelt zu filtern, uns bestimmten Dingen oder Inhalten zuzuwenden und / oder Ablenkungen auszublenden.

Man spricht von Konzentration, wenn sich eine Person über einen längeren Zeitraum auf einen bestimmten Gegenstand oder eine begrenzte Aufgabe fokussieren kann(1).

Stell dir vor, du arbeitest in einem Großraumbüro und prüfst gerade einen sehr komplexen Antrag. Um den Antrag ohne Fehler zu bearbeiten, musst du dich auf das Dokument fokussieren. Nebenbei versuchst du andere Gespräche, klingelnde Telefone und vorbeilaufende Arbeitskollegen und andere Lärmkulissen auszublenden, um deinen Fokus zu behalten.

Ein Schüler muss sich zu Hause auf die Hausaufgaben fokussieren, ohne abgelenkt zu werden vom Smartphone.

Du merkst also, tagtäglich müssen wir uns konzentrieren, um unsere Leistung abzurufen. Kindern geht es dabei genauso. Um in der Schule die Lerninhalte zu verstehen und sich auch aneignen zu können, müssen Kinder sich konzentrieren und dabei Störfaktoren ausblenden.

Wie aber so oft im Leben, haben Kinder nicht die nötige Erfahrung und Weitblick, um aktiv gewisse Informationen auszublenden, zu selektieren oder aktiv zu konsumieren.

Darüber hinaus ist es schwierig für ein Grundschulkind zu erahnen, welche Wichtigkeit der Lernstoff in der Schule für das spätere Leben hat. Spielsachen und das Spielen mit Schulkameraden ist sehr verlockend. Zusätzlich kommt unser sehr dynamischer Lebensstil des 21. Jahrhunderts hinzu, bei dem das Selektieren von Informationen sehr viel schwieriger geworden ist.

Durch die permanente Erreichbarkeit über Elektrogeräte wie Handys und Ablenkungsmöglichkeiten wie Social Media-Dienste, Online-Spiele, etc, sind wir einer Vielzahl von Störfaktoren ausgesetzt. Die Fähigkeit, seinen Fokus bewusst zu steuern, sich nicht ständig ablenken zu lassen oder zwischen Aufgaben hin- und herzuhüpfen, ist in dieser modernen und hektischen Welt unerlässlich geworden.

Die Konzentrations-fähigkeit ist ein Lern- und Reifungsprozess

Die gute Nachricht ist, dass Kinder im Laufe der Entwicklung diese Filterfunktion und die bewusste Steuerung des Fokus in der Schule erlernen und mit ihren Erfahrungen ausprägen. Jedoch kann es durch verschiedene Faktoren passieren, dass die Funktionen gestört sind.

Ein bekanntes Beispiel hierfür ist das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS), welches durch einen Gendefekt hervorgerufen wird. Doch auch hier ist die Hoffnung nicht verloren. Es gibt mehrere Ansätze, Kinder mit diesen Einschränkungen zu fördern und die Konzentration auszuprägen.

Wie fördere ich die Konzentration meines Kindes?

Wie zuvor erwähnt, gibt es gleich mehrere Ansätze, wie du die Konzentration deines Kindes fordern und Fördern kannst. Dabei reicht das Spektrum von einfachen Hausmitteln bis hin zu therapeutischen Maßnahmen, die wir dir nachfolgend vorstellen möchten.

Welche therapeutischen Mittel fördern die Konzentration?

  1. Ergotherapie: Die Ergotherapie verfolgt das Ziel, die Konzentrationsfähigkeit einer Person zu steigern, sodass sich diese Person wieder über einen längeren Zeitraum fokussieren kann(2). Die Therapie richtet sich immer nach den Ursachen der Konzentrationsstörung. Zum Beispiel werden bei Stress als Ursache für Konzentrationsstörungen, Entspannungsübungen angeboten.Genauso kann eine Umstellung der Ernährung oder das körperliche Betätigen Bestandteil der Therapie sein. Für die gezielte Förderung der Konzentration, beinhaltet die Ergotherapie bestimmte Übungen wie Kreuzwort- und Zahlenrätsel, Fehlersuch-Bilder oder Spiele wie Memory, die auch für Erwachsene geeignet sind. Daneben wird eine bessere Vernetzung der beiden Gehirnhälften angestrebt, was durch "Überkreuzbewegungen" realisiert werden kann.
  2. Medikamente: Daneben besteht auch die Möglichkeit verschiedene Medikamente zu Konzentrationssteigerung einzunehmen. Ein sehr bekanntes, aber auch risikobehaftetes Mittel ist Ritalin, was gerne unter Studenten gedealt wird. Dieser Stoff wird aber auch vor allem bei ADHS eingesetzt, um die Hyperaktivität der Betroffenen zu senken(3). In solchen Fällen ist aber dringend ein Rezept vom Arzt nötig.
  3. Psychologe: Eine dritte Möglichkeit ist die Therapie bei einem Psychologen. Stress, Nervosität, Depressionen oder Angst können ebenfalls Auslöser für Konzentrationsschwächen sein. In solchen Fällen ist es wichtig, die Ursache dafür zu erkennen und zu neutralisieren.
  4. Ätherische Öle: Duftlampen mit ätherischen Ölen können ebenfalls zu einer Konzentrationssteigerung führen(4). Geeignet sind hier Lavendel-, Bergamotte- und Rosmarinöl. Vorsicht jedoch, falls du allergisch gegen einer der Düfte bist.
  5. Homöopathische Mittel: Auch Homöopathie kann gegen Konzentrationsschwäche helfen, wie zum Beispiel Avena Sativa D3 (Leistungsschwäche und Erschöpfung), Kalium phosphoricum D6 (bei Vergesslichkeit) und Aethusa cynapium D6 (bei Konzentrationsschwäche).
  6. Heilpflanzen: Ginkoextrake oder die Ginsengwurzel sind geeignete Pflanzen, um bei Erschöpfungszuständen und leichten Konzentrationsstörungen zu helfen(5). Das Ginkoextrakt soll außerdem die Hirndurchblutung fördern, was einer guten Konzentration zugute kommt.

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Ätherische Öle aus Lavendel oder Zitronengras wirken beruhigend und reduzieren Stress.
(Bildquelle: Koval/ 123rf.com)

Welche Hausmittel fördern die Konzentration?

Bereits viele einfache Dinge fördern deine Konzentration nachhaltig. Damit du auch weißt, welche Mittel helfen, haben wir dir eine Übersicht zusammengestellt.

  1. Gesunde Ernährung: Wenn du dich ausgewogen und abwechslungsreich ernährst, versorgst du dein Gehirn mit allen notwendigen Nährstoffen. Darüber hinaus beugst du einer Konzentrationsschwäche aufgrund von Mangelernährung vor.
  2. Ausreichend Flüssigkeit: Unser gesamter Körper braucht Wasser zum Überleben. Genauso ist es für das Gehirn immens wichtig, mit genug Flüssigkeit versorgt zu werden. Trink deshalb mindesten 2 Liter am Tag, um dies zu gewährleisten. Ein "durstiges" Gehirn kann nicht vernünftig arbeiten. Am besten eignet sich Wasser und (ungesüßter) Tee.
  3. Genussmittel vermeiden: Versuche Rauch- und Genussmittel wie Nikotin, Koffein oder Alkohol zu vermeiden oder zumindest in Maßen zu genießen. Diese Stoffe können zu ernsthaften Problemen bei der Konzentration führen(6). Welche Probleme beispielsweise bei Alkohol entstehen können, haben wir unter dem Punkt "weitere Krankheiten" aufgeführt.
  4. Gesunder Schlaf: Im Schlaf regeneriert sich der Körper und verarbeitet den Tag. Nur ein ausgeruhtes Gehirn ist in der Lage, die volle Leistung zu erbringen und sich zu fokussieren. Achte deshalb darauf, dass du genügend Schlaf hast. Versuch zudem, feste Schlafzeiten einzuhalten.
  5. Regelmäßige Ruhepausen: Sorge dafür, dass du, gerade bei anstrengenden Aufgaben oder stressigen Tagen, genug Pausen einlegst. Denn nur so kann sich dein Gehirn etwas erholen und wieder an die Arbeit gehen. Empfehlenswert sind zum Beispiel Spaziergänge an der frischen Luft.
  6. Entspannungstechniken: Unser Alltag ist in der heutigen Welt sehr hektisch und von Stress geplagt. Daher sind Entspannungstechniken wie Yoga, autogenes Training oder eine Massage sehr wertvoll, um den Stress loszuwerden.
  7. Atemübungen: Es gibt verschiedene Atemübungen, die bei der Stressreduktion helfen und somit zu einer Konzentrationssteigerung führen können.

Wie lange kann sich ein Kind konzentrieren?

Der Zeitraum, über den sich ein Kind beziehungsweise Schüler auf eine Aufgabe fokussiert, ist sehr unterschiedlich. Beobachtet man Schüler während einer Aufgabe, stellt man immer wieder fest, dass die einen viel schneller abgelenkt werden als andere.

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Die Zeitspanne hängt dabei aber auch von dem Lebensalter und der Aufgabe ab.

Jedoch gibt es eine Faustregel, nach der ein Schüler im Durchschnitt in der Lage sein müsste, sich entsprechend dem jeweiligen Lebensalter multipliziert mit zwei in Minuten konzentriert arbeiten zu können(7).

Diese Faustregel ist jedoch kein garantierter Maßstab, denn die Konzentration kann durch spezielle Übungen auch trainiert werden und über das Ergebnis hinausgehen.

Eine sinnvolle Pausengestaltung hilft außerdem dabei, die Konzentration und das Gehirn aufzufrischen und das Gelernte zu verarbeiten.

Ein anderer Ansatz zur Zeitspanne ist, dass Kinder in der Grundschule etwa 15 Minuten Fokus erreichen sollten. Bei Teenagern sollten es circa 30 Minuten sein und Erwachsene sollten es schaffen, sich eine Stunde konzentrieren zu können.

Was kann die Konzentration beeinflussen / stören?

Gerade in der modernen Welt, in der Stress, ständige Erreichbarkeit und Leistungsdruck Standard sind, gibt es eine ganze Menge an Störfaktoren, die unsere Konzentration beeinträchtigen. Welche dies im einzelnen sind, haben wir für dich folgend aufgelistet.

  • Schlafmangel
  • schlechte Ernährung / Mangelernährung
  • wenig Trinken
  • Stress
  • Ermüdung, weil keine Ruhe- / Pausenzeiten
  • erhöhter Medienkonsum
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • innere Emotionen, plagende Gedanken
  • wenig Sauerstoff in der Luft
  • wenig Bewegung

Wie äußert sich eine Konzentrationsschwäche beziehungsweise Konzentrationsstörung?

Bei Konzentrationsstörungen ist es dem Betroffenen nicht mehr möglich, seine Gedanken für eine Aufgabe zu bündeln. Diese Dysfunktion geht häufig mit Ratlosigkeit, schneller Ermüdung und / oder Hyperaktivität einher. Die Konzentrationsstörung kann aufgrund eines bestimmten Erlebnisses, aber auch aufgrund einer körperlichen Störung wie beispielsweise einer Mangelernährung auftreten.

Grundsätzlich wird zwischen Konzentrationsstörung und -schwäche unterschieden. Der Unterschied liegt darin, dass Konzentrationsstörungen nur temporär auftreten, wo hingegen eine Konzentrationsschwäche länger anhält oder sogar chronisch besteht.

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Eine ausgewogene und gesunde Ernährung kann einer Konzentrationsschwäche vorbeugen.
(Bildquelle: Veselova/ 123rf.com)

Bei Kindern unterscheidet man in zwei Typen. Der eine Typ äußert sich in motorisch unruhigem und hastigem Arbeiten, der zweite Typ in ruhigem, langsamen und trödelndem Arbeiten.

Anzeichen für eine Konzentrationsstörung beziehungsweise -schwäche sind:

  • Erhöhte Ablenkbarkeit
  • Häufiges abschweifen der Gedanken
  • Es werden spontan andere Tätigkeiten aufgenommen
  • Aufgaben und Tätigkeiten werden vorzeitig abgebrochen
  • Häufiger Wechsel von einer Aktivität zur anderen
  • Das Interesse an einer Aufgabe geht schnell verloren
  • Verkürzte Konzentrationsfähigkeit (immer bezogen auf das Alter und Intelligenzniveau)

Darüber hinaus können Begleitsymptome wie Müdigkeit, Reizbarkeit, Gedächtnisstörungen, innere Unruhe oder Schlafstörungen folgen.

Welche Krankheiten können die Konzentration eines Kindes stören?

Wie zuvor erwähnt, gibt es zahlreiche Einflussfaktoren, die die Konzentration eines Kindes beeinflussen können. Dazu gehören auch verschiedene Krankheiten. Einige beeinflussen sogar gezielt unsere Aufmerksamkeit und Konzentration, bei anderen Krankheiten ist eine Konzentrationsschwäche Nebenwirkung der Behandlungstherapie.

ADS /ADHS

Das Aufmerksamkeit-Defizit-Syndrom mit (ADHS) und ohne (ADS) Hyperaktivität ist wohl die bekannteste Krankheit in Sachen Konzentrationsstörung. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird AD(H)S extrem aktiven und hibbeligen Kindern zugeschrieben, doch nicht alle leiden deshalb sofort unter dieser Krankheit. Ursache für die Aufmerksamkeitsstörung ist eine Fehlfunktion im Gehirn: die Aufnahme und Weiterverarbeitung von Informationen ist gestört.

Im Normalfall läuft  die Informationsaufnahme des Gehirns gefiltert, um so wichtige und unwichtige Informationen im Alltag zu selektieren und das Gehirn nicht mit unnötigen Informationen zu füttern. Bei Kindern mit AD(H)S funktioniert diese Filterfunktion nicht oder nicht richtig, was zur Folge hat, dass das Kind zum einen eine verzögerte Reaktionszeit besitzt, da die zusätzlichen Informationen auch erst verarbeitet werden müssen, und zum anderen, dass das Gehirn beziehungsweise das Gedächtnis überlastet wird. Was wiederum bedeutet, dass viele aufgenommene Informationen schlicht wieder vergessen werden.

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Wusstest du, dass circa 5 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter von 3-17 Jahren in Deutschland unter ADS / ADHS leiden?

Jungen sind bei der Krankheit viermal häufiger betroffen als Mädchen(8). Bei etwa 60 Prozent der Betroffenen bleiben die Symptome auch im Erwachsenenalter bestehen(9).

Zusätzlich kann sich das Kind aufgrund der Flut an Informationen nicht darauf konzentrieren, die wichtigen Informationen zu selektieren und wird daher unkonzentriert.

Diese Störung hat absolut nichts mit schlechter Erziehung, Charakterschwäche oder Dummheit zu tun. Forscher gehen davon aus, dass es sich bei AD(H)S um einen Gendefekt handelt. Schulprobleme bei Kindern mit AD(H)S entstehen häufig dann, wenn frustrierende Erfahrungen gemacht werden, weil die Umwelt die Symptome dieser Kinder falsch deuten und verstehen.

Hypotonie und Arteriosklerose

Hypertonie oder umgangssprachlich auch niedriger Blutdruck, kann eine Ursache für eine gestörte Konzentration sein. Die Durchblutung des Gehirns ist gedrosselt, daher lässt die Leistung des Gehirns deutlich nach. Neben Leistungsmangel und Konzentrationsschwäche als Symptome für Hypertonie können auch Müdigkeit, Herzklopfen sowie kalte Hände / Füße darauf hindeuten.

Ein ebenfalls zu Konzentrationsschwäche führender Fall stellt die gestörte Hirndurchblutung aufgrund von Arteriosklerose dar. Arteriosklerose verengt die Blutgefäße durch Ablagerungen, man spricht auch von einer sogenannten "Verkalkung" der Gefäße.

Die Folge ist ein eingeschränkter oder im schlimmsten Fall ein unterbrochener Blutfluss. In diesem Szenario mit unterbrochenem Blutfluss spricht man von einem Infarkt, welcher tödlich verlaufen kann. In der Regel tritt Arteriosklerose jedoch eher bei Menschen im hohen Alter auf oder bei Menschen mit einer besonders fettreichen Ernährung oder sehr mangelnder Bewegung.

Krebsmedikamente

Zellwachstum hemmende Medikamente, wie sie bei der Chemotherapie eingesetzt werden, können Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwächen als Nebenwirkung haben. In solchen Fällen sprechen die Ärzte auch vom sogenannten "Chemobrain"(10).

Die genaue Ursache für verminderte Hirnleistung und andere Nebenwirkungen ist noch unklar. Jedoch könnte es sein, dass bestimmte Medikamente die Produktion von Hormonen und bestimmte Gehirnareale beeinträchtigen.

Weitere Krankheiten

Um den Kontrast an verschiedenen Krankheiten, die die Konzentration beeinflussen können, aufzuzeigen, findest du im Folgenden eine Liste mit gesundheitlichen Störungen.

  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Niereninsuffizienz
  • Depressionen
  • Hyper- / Hypoglykämie (Überzuckerung / Unterzuckerung)
  • Schlafapnoe
  • Migräne
  • Multiple Sklerose
  • Narkolepsie
  • Demenz (tritt in der Regel nur bei älteren Menschen auf)

Des Weiteren gibt es verschiedene Erkrankungen in Verbindung mit Alkohol, die sehr auf das Gehirn und die Konzentration schlagen. Solche Erkrankungen treten aber in der Regel nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren (aufgrund der Altersbeschränkung, welche auf Alkohol liegt) auf. Dazu zählen:

  • Korsakow-Syndrom
  • Alkoholismus
  • Alkoholvergiftung
  • Wernicke-Enzephalopathie

Fazit

Die Konzentration ist ein Teil der Aufmerksamkeit, die für uns Menschen immens wichtig ist. Neben dem Lernen brauchen wir es auch zur Fokussierung auf eine Tätigkeit oder einen Gegenstand. Zudem wird die Konzentrationsfähigkeit nicht automatisch angeboren, sondern hängt vom Lern- und Reifeprozess des jeweiligen Individuums ab.

Es ist auf mehreren Wegen möglich, die Konzentration der Kinder zu steigern und Stör- und Einflussfaktoren zu reduzieren. Auch bei krankheitsbedingten Konzentrationsstörungen gibt es Wege, um diese zu neutralisieren. Wichtig ist nur, die Entwicklung des Kindes zu beobachten und auf eventuelle Symptome zu reagieren.

Bildquelle: Calvet/ 123rf.com

Einzelnachweise (10)

1. Christine Ettrich, Klaus Udo Ettrich
Quelle

2. Linden M. , Gehrke G.
Quelle

3. Dr. Werner Stangl
Quelle

4. Prof. Dr. Claus M. Passreiter
Quelle

5. Mailys Charlier
Quelle

6. Ralf T. Kreutzer
Quelle

7. Werner Stangl
Quelle

8. H. Hölling, R. Schlack, F. Petermann, U. Ravens-Sieberer, E. Mauz & KiGGS Study Group
Quelle

9. PAUL H. WENDER, LORRAINE E. WOLF, AND JEANETTE WASSERSTEIN
Quelle

10. Kari Staat; Milena Segatore
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Entwicklung der Konzentrationsfähigkeit im Vorschulalter und diagnostische Probleme ihrer Erfassung
Christine Ettrich, Klaus Udo Ettrich
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Therapieziele und Therapieoptionen einer verhaltenstherapeutisch orientierten Ergotherapie
Linden M. , Gehrke G.
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Ritalin und ADHS aus psychologischer Sicht
Dr. Werner Stangl
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Verwendung Ätherischer Öle in Phyto- und Aromatherapie
Prof. Dr. Claus M. Passreiter
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Konzentrationsfähigkeit verbessern: Tipps für langanhaltende Konzentration
Mailys Charlier
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Mangelnde Konzentrationsfähigkeit
Ralf T. Kreutzer
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Faustregel Konzentrationsspanne. Werner Stangls Texte zum Lernen
Werner Stangl
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Psychische Auffälligkeiten und psychosoziale Beeinträchtigungen bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren in Deutschland – Prävalenz und zeitliche Trends zu 2 Erhebungszeitpunkten (2003–2006 und 2009–2012)
H. Hölling, R. Schlack, F. Petermann, U. Ravens-Sieberer, E. Mauz & KiGGS Study Group
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Adults with ADHD
PAUL H. WENDER, LORRAINE E. WOLF, AND JEANETTE WASSERSTEIN
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The Phenomenon of Chemo Brain
Kari Staat; Milena Segatore
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